Unser ISIOXY
Warum schnauft mein Konzi Sauerstoff?

Unsere Luft enthält ein bisschen Sauerstoff, ein
winziges bisschen andere Edelgase und n Haufen
Stickstoff.
Und das ist gut so, weil es gibt ein Granulat, das
den Stickstoff aufnehmen kann und nich mehr
hergibt ..... zumindest zunächst.
Nachdem man das nun weiß, nimmt man einen
Zylinder und füllt den mit dem Granulat. Oben
macht man ein Ventil hin, damit da die Luft rein
kann, unten macht man ein Ventil hin, damit
man den Sauerstoff und die anderen Edelgase
rauslassen kann. (Die anderen Edelgase
verhindern übrigens eine 100% Sättigung vom
Sauerstoff)
Ausserdem gibt es noch ein Ventil aus dem dann
der vorübergehend arrestierte Stickstoff wieder
entweichen darf :-)
Und so läuft nun also die Generierung des Sauerstoffs ab. Umgebungsluft wird angesaugt und über das Einlass-Ventil ins
Granulat gelassen. Unten ist das Auslassventil zu. Das Granulat greift sich den Stickstoff. Unten lässt man die Edelgase
raus.
Dann holt man wieder Umgebungsluft und macht gleichzeitig das dritte (Ausspül-) Ventil auf. So wird aus dem Granulat
der festgehaltene Stickstoff rausgespült.
Das heißt es wird in drei Abschnitten gearbeitet.
1. Luft rein
2. Sauerstoff raus
3. Stickstoff raus

In herkömmlichen Konzi's gibt es zwei Zylinder mit Granulat. So kann man abwechselnd Sauerstoff rauslassen. Weil es
aber drei Arbeitsschritte sind und nur zwei Zylinder entsteht immer eine kleine Pause.
Deshalb schnaufen diese Konzi's erstmal in einen Tank.
Wenn man gerade erst eingeschaltet hat, ist im Tank noch einfache Umgebungsluft drin. Aber man nimmt dem System
ja schon was ab. Das heißt also, am Anfang kommt fast nur Umgebungsluft aus dem Konzi raus, bis der Tank erstmal
mit Sauerstoff gefüllt ist. Darum müssen wir immer erst einige Minuten warten bis unser Brenner richtig arbeiten kann.

Eigentlich ist es naheliegend, daß dieses System verbessert werden kann. Wurde es auch. Wir haben einen Hersteller
gefunden, der eine neue - bessere - Lösung erfunden hat.
Nämlich mit drei Zylinder zu arbeiten. Da braucht es keinen Tank mehr, weil bei jedem der Arbeitschritte aus einem der
Zylinder Sauerstoff entnommen werden kann. Also Konzi an, Sauerstoff raus.
Die meisten von uns haben sicher mittlerweile
gehört, daß Konzi's sensibel sind. Empfindliche
Technik, und daß wir nicht auf oberem Anschlag
Sauerstoff rauslassen dürfen. Das vertragen sie
nicht.
Aber warum eigentlich.
Aufgemerkt, jetzt wird's schwierig.
Schuld an allem ist das Granulat. Es scheint mir
recht menschlich zu sein, ein wenig faul nämlich.
Es braucht einen gewissen Druck um richtig gut
zu arbeiten. Also saugt man als Konzi
Umgebungsluft an, und komprimiert diese,
bevor man sie in Granulat lässt.
Wer hat schon mal nen Fahrradreifen mit der
Luftpumpe aufgepumt? Der weiß, Luft die unter
Druck gesetzt wird, wird heiß.
Heiße Luft will das Granulat aber GAA NICH (pfui deibel und so). Es verträgt es nicht, also .... Luft unter Druck setzten,
dafür hat man nen Kompressor - daher auch das brummeln der Konzi's. Um zu kühlen lässt man die Luft ein bisschen
Gassi gehen im System, sie wird durch ein langes Rohr geführt. Dabei kühlt sie naturgemäss etwas ab. Sie gibt ihre
Temperatur an die Umgebung ab. Das wiederum bedeutet der Konzi wird mit der Zeit ziemlich heiß.
Okee, soweit dies. Wo wir aber gerade schon mal über das zickige Granulat lästern ..... es hat noch mehr so
Empfindlichkeiten. Feuchtigkeit, brrr, DAS mag es auch GAANICH.
Jetzt fragt man sich mit Recht, ja und? Ich lass ja kein Wasser drüber laufen.
Daher müssen wir noch einen genaueren Blick auf die unter Druck gesetzte Luft werfen.
Am besten fangen wir damit an uns klar zu machen was passiert, wenn man zu schnell die Sauerstoffflasche aufdreht.
(wer damit mal gearbeitet hat) Wenn man zu schnell zu weit aufdreht bildet sich Eis.
Das heißt der blitzeschnell ausströmende Sauerstoff kühl sich ab wie verrückt.
Das macht er im Konzi auch. Aber eben mit viel weniger Druck. Daher gibt es da kein Eis, aber eben kondensierendes
Wasser.
WENN .... man zu schnell zu hoch dreht, am Brenner.
Um das zu vermeiden gibt es am Konzi normalerweise einen Regler. Am vielzitierten Flowmeter sitzt dieser Regler.
Damit kann man die maximale Entnahmemenge im Vorhinein festlegen.
Ich denke das ist eine wichtige Information. Weil alle Konzi's auf die selbe Art arbeiten.

Mit der Hydrophobie des Granulats hat auch der Hinweis zu tun, daß man die Konzi's nicht für ein paar Minuten
einschalten soll.
Denn, wenn wir den Konzi einschalten ist ja erstmal für einige Zeit noch alles auf normaler Umgebungstemeratur.
Also verhältnismässig kühl. Deswegen bildet sich immer zunächst mal ein wenig Kondenswasser im System. Wenn
der Konzi aber längere Zeit läuft und sich alles erwärmt, wird dadurch die zunächst gebildete Feuchtigkeit
abgetrocknet.
Und den Konzi länger laufen zu lassen kostet ja eigentlich nur ein bisschen Strom. Also wenn eben was dazwischen
kommt, einfach Gas abdrehen, das Sauerstoffventil am Brenner offen lassen, und den Konzi noch was
weiterschnaufen lassen. Eine halbe Stunde sollte man ihn laufen lassen, damit immer alles schön geschmeidig bleibt.

Das ist jetzt aber immer noch nicht alles was es über das Granulat zu sagen gibt. Vielleicht erinnert sich mancher
daran. Ein Konzi hatte sich mal überhitzt, weil die Perli ihn auf Schaumstoff stehen hatte - wegen der Vibrationen.
Das Granulat möchte bitte auch nicht zu warm werden. Dann arbeitet es nicht mehr. Wenn es mal richtig überhitzt
war ist es tot. Aus Maus, Konzi hin.
Deshalb muss ein Konzi immer so stehen, daß Luft dran und weg kann.

Das waren jetzt aber alle negativen Eigenschaften vom Granulat. Es hat aber auch gute Seiten. Nämlich, es hält den
Stickstoff fest (DANKE) und, es ist - solange man alle vorherigen Hinweise genau beherzigt - recht langlebig. Es ist
also tatsächlich so, daß ein Konzi 20.000 (in Worten zwanzigtausend!!) Betriebstunden bringen kann.

so, tja

wenn man jetzt noch wüsste, wie der Vorbesitzer denn so mit unserem Schätzchen umgegangen ist!?

Die an sich zuverlässigen Fähigkeiten unseres Granulats nehmen nämlich mit jeder "Misshandlung" ein wenig ab. So
kann es denn passieren, daß man nen Konzi mit echt wenig Betriebsstunden bekommt, der aber anstatt den
angegebenen 5 Litern Sauerstoff nur noch drei Liter Sauerstoff bringt. Trotzdem fliessen 5 Liter durch, aber eben 3
davon Sauerstoff und zwei Luft. Das ist dann der Fall, wenn der Brenner so laut faucht, und die Flamme nicht
regelmässig lanzenförmig rauskommt, sondern flackernd mit Getöse.

Da hat man dann leider in die Schüssel gegriffen, aber es muss noch kein Beinbruch sein. Wenn der Konzi noch 3 - 3,5
Liter zuverlässig bringt, kann man damit auf jeden Fall Perlen machen. Nur eben kann man nicht das volle Spektrum
beispielsweise des isiheats rausholen.
Es ist dann ein bisschen wie Porsche fahren, mit nem Moped-Motor drin. Naja, nicht ganz so drastisch, mit nem
Käfer-Motor drin.

Aber wir wissen ja alle, neu sind die Dinger einfach unbezahlbar. Weil alles was wir jetzt beschrieben haben in
klinischer Reinheit ablaufen muss. So ein medizintechnisches Gerät muss hygienisch einwandfrei arbeiten, damit die
Patienten nicht nachher schlechter dran sind als vorher.
Das bedeutet, man muss eine schweineteure Zulassung machen, nach den medizinischen Standarts. Die Herstellung
des Sauerstoffs muss im Konzi überwacht werden, man braucht Alarmfuntionen, und das alles muss auch noch so
leise sein, daß man den Konzi neben dem Bett stehen haben kann UND dabei noch Schlaf findet.
Klasse - für die Patienten, überflüssig für Perli's.
Also könnte man das nicht einfach alles weglassen?
Jo! (Wiede)Man(n) kann. :-) hehe

*räusper* Für den Fall, daß sich der Eine oder die Andere fragt, warum erzählen die uns das alles ..... und für die
wenigen Eingeweihten .....
Die Abnahme war erfolgreich!
:-)
Läuft, saugt, schnauft, alles wie man es sich wünscht.